Tag 18 – 01.11.2011

Zhaoqing – Guangzhou

Eine erste, ganz leichte Wehmut wird schon spürbar: Heute steht die letzte „richtige“ Etappe der Trans China Tour an. Morgen schon rollen die 20 Audi Q3 nach Shenzhen zum Ziel, dann heißt es Abschied nehmen von diesem Land, dieser Kultur und diesen Menschen. Doch langsam: Erst mal gibt es heute eine weitere geballte Portion China mit vielen Facetten.

Fotos Tag 18

Eine Offroadtour steht am Morgen an. Das bedeutet einzutauchen in die ländliche Welt, entlang der Reisfelder, der Hüttendörfer, der Bananenstauden, der gesamten subtropischen Vegetation. Das bedeutet auch Staubstraßen und Baustellen. Denn wo vor ein paar Wochen noch Schotterpisten entlang führten, da wird jetzt kräftig betoniert, die neue Piste ist an vielen Stellen schon fertig.

Ländliche Entwicklung meint in China stets zunächst den Bau von Infrastruktur und Verkehrswegen. Doch klar wird an diesem Morgen wieder einmal: Bis die Entwicklung im ländlichen Raum auch nur annähernd mit der Dynamik der Städte mithalten kann, ist noch extreme Anstrengung nötig. Was soll junge Menschen hier auf dem Land halten? Die Flucht in die Städte bedeutet für die meisten die einzige Hoffnung auf eine persönliche Zukunft. China und sein Zeitraffersprung in die Zukunft ist an unglaublich vielen Stellen ein Experiment mit hoffentlich gutem Ausgang ...  

Doch die zweite Seite Chinas rückt mit jedem Fahrkilometer näher. Die Strecke führt an Foshan vorbei, dessen Präfektur bereits acht Millionen Einwohner zählt. Die immer zahlreicher werdenden Fabriken entlang der Straße machen deutlich, dass wir uns einem der industriellen Zentren des Landes nähern. Die weitläufigen Siedlungen entlang des Perlflusses (Zhu Jiang) sind in den letzten Jahren immer dichter zusammengewachsen und bilden inzwischen eine gigantische Metropolregion. Auch wegen der boomenden Sonderwirtschaftszonen Shenzhen (nahe Hongkong) und Zhuhai (nahe Macao) sowie den Multimillionenstädten Guangzhou, Dongguan und Foshan zählt die Provinz Guangdong zu den wichtigsten Wirtschaftsräumen Chinas – und damit der Welt.

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Guangzhou schließlich ist das Ziel der Etappe, im Deutschen noch als Kanton bekannt. Deutlich mehr als zehn Millionen Einwohner erbrachte die Volkszählung 2010, damit wurde Guangzhou als die drittgrößte Stadt Chinas eingestuft. Hochhaustürme, mehrstöckige Straßen, vielspurige Kreuzungen, die Werbung der Luxusmarken – hier sind sie wieder.

Ein beständiges Thema freilich ist in China das Essen. Die kantonesische Küche ist die in der westlichen Welt bekannteste chinesische Kochschule und gilt im eigenen Land als der raffinierteste einheimische Kochstil. Auf den Tisch kommen neben Huhn, Schwein, Rind, Gans, Fisch und Meeresfrüchten eine Fülle exotischer Zutaten, darunter auch für den westlichen Magen gewöhnungsbedürftige Ingredienzien wie Insekten, Schlangen, Frösche und Schildkröten. Im Gegensatz zu den Speisen anderer Provinzen sind die kantonesischen Gerichte wenig gewürzt, um den natürlichen Geschmack von Fleisch und Gemüse zum Zuge kommen zu lassen.

Eine Besonderheit der südlichen Küche sind Appetithäppchen, Dim Sum, die bis zum späten Nachmittag in Bambuskörbchen zum klassischen chinesischen Tee serviert werden. Oft handelt es sich dabei um kleine Teigtaschen, gefüllt mit allen erdenklichen Zutaten von Fleisch über Meerestiere bis hin zu Ei und Süßem. Über all diesen Köstlichkeiten lässt sich der drohende Abschiedsschmerz doch bestens überwinden…

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